Siemens Energy entstand im Jahr 2020 durch die Abspaltung der Energiesparte von Siemens und wurde anschließend eigenständig an die Börse gebracht. Die Wurzeln des Unternehmens reichen allerdings deutlich weiter zurück, denn bereits seit dem 19. Jahrhundert war Siemens im Bereich Energieerzeugung, Kraftwerkstechnik und elektrischer Infrastruktur aktiv. Über Jahrzehnte entwickelte der Konzern Turbinen, Generatoren, Stromnetze und Industrieanlagen, die weltweit in Kraftwerken und Energieprojekten eingesetzt wurden. Mit der Ausgliederung von Siemens Energy sollte ein eigenständiger Energiekonzern entstehen, der sich gezielt auf die Transformation der globalen Energieversorgung konzentriert.
Zum Start umfasste Siemens Energy ein breites Portfolio aus Gas- und Dampfturbinen, Stromübertragungstechnik, Netzlösungen sowie Beteiligungen an Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien. Besonders wichtig war dabei die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Gamesa, einem der weltweit größten Hersteller von Windkraftanlagen. Dadurch wurde Siemens Energy früh eng mit dem weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien verbunden. Gleichzeitig blieb das Unternehmen jedoch auch im klassischen Energiegeschäft aktiv, insbesondere bei Gasturbinen und Infrastrukturprojekten zur Stabilisierung von Stromnetzen.
Langsamer aber stetiger Aufstieg des Konzerns
Die ersten Jahre nach dem Börsengang verliefen jedoch turbulent. Während die Nachfrage nach Energieinfrastruktur weltweit hoch blieb, entwickelte sich insbesondere die Windkraftsparte problematisch. Siemens Gamesa kämpfte mit Qualitätsproblemen bei bestimmten Windturbinen, steigenden Kosten, Lieferkettenproblemen und schwächeren Margen. Diese Schwierigkeiten belasteten Siemens Energy massiv und führten zeitweise zu hohen Verlusten sowie starken Kursverlusten an der Börse. Anleger zweifelten zunehmend daran, ob der Konzern die Probleme im Windgeschäft kontrollieren könne. Besonders im Jahr 2023 geriet die Aktie stark unter Druck, nachdem zusätzliche Belastungen durch technische Probleme bei Windkraftanlagen bekannt wurden.
Parallel dazu verschärfte sich die Diskussion um staatliche Garantien und Finanzierungsmöglichkeiten für große Energieprojekte. Siemens Energy benötigt für viele internationale Großaufträge umfangreiche Bürgschaften und Garantierahmen. Die Unsicherheit über die finanzielle Stabilität des Unternehmens sorgte zeitweise für erhebliche Nervosität am Kapitalmarkt. Dennoch blieb die strategische Bedeutung des Konzerns hoch, da Siemens Energy eine zentrale Rolle beim Umbau der Energieversorgung in Europa und vielen anderen Regionen spielt.
Energiewende brachte auch Kurswende bei Siemens Energy
Mit zunehmendem Fokus auf Energiewende, Elektrifizierung und den Ausbau der Stromnetze rückte Siemens Energy jedoch wieder stärker in den Mittelpunkt der Investoren. Der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien, die steigende Nachfrage nach Netztechnik und der enorme Strombedarf durch Rechenzentren und Künstliche Intelligenz erhöhen den Bedarf an moderner Energieinfrastruktur erheblich. Besonders Stromnetze, Hochspannungstechnik und Netzstabilisierung gelten als entscheidende Zukunftsmärkte. Siemens Energy positioniert sich genau in diesen Bereichen als wichtiger Anbieter.
Hinzu kommt, dass viele Staaten ihre Energieversorgung unabhängiger gestalten wollen. Der Ausbau von LNG-Infrastruktur, Wasserstoffprojekten und modernen Gaskraftwerken als Ergänzung zu erneuerbaren Energien spielt Siemens Energy zusätzlich in die Karten. Das Unternehmen arbeitet außerdem an Technologien für Wasserstoffturbinen und nachhaltige Energielösungen, die langfristig an Bedeutung gewinnen könnten.
So skizziert sich der weitere Geschäftsverlauf:

Wie verhielte sich die Aktien?
Blick auf die Siemens Energy Aktie
Die Aktie von Siemens Energy entwickelte sich seit dem Börsengang äußerst volatil. Nach anfänglicher Zurückhaltung der Anleger folgten starke Schwankungen zwischen Hoffnungen auf die Energiewende und Sorgen über Probleme im Windgeschäft. Besonders die Turbulenzen rund um Siemens Gamesa führten zeitweise zu massiven Kursverlusten. Gleichzeitig sorgten positive Signale aus dem Netzgeschäft, staatliche Unterstützungen sowie die langfristig steigende Nachfrage nach Energieinfrastruktur immer wieder für kräftige Erholungsbewegungen. Damit entwickelte sich Siemens Energy zu einer der meistdiskutierten deutschen Industrie- und Energieaktien der vergangenen Jahre.
In den vergangenen zwei Jahren erlebte die Siemens Energy-Aktie eine beeindruckende Rally. Nachdem das Unternehmen nach der Abspaltung im Jahr 2020 zunächst unter Druck stand – insbesondere aufgrund von Problemen bei Siemens Gamesa –, erreichte der Kurs im Oktober 2023 ein Tief von rund 6 €, nachdem staatliche Garantien in Höhe von 7,5 Mrd. € nötig wurden. In der Folge durchlief die Aktie jedoch eine fulminante Erholung: Allein im Jahr 2024 stieg der Kurs um über 300 %, was Siemens Energy sowohl im DAX als auch im Stoxx 600 zum Top-Performer machte.
Auch in 2026 war die Aktie stark und schlägt an Performance alle anderen Unternehmen im DAX. Momentan befindet sich die Aktie weiter im Aufwärtstrend aber in einer Konsolidierung. Gelingt am blau skizzierten Bereich der Pullback, stehen neu Allzeithochs möglicherweise auf der Agenda bei diesem Momentum-starken Wert. Genau dies Ankermarke ist hier in Euro zu sehen:

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Fazit der Siemens Energy-Analyse
Für die Zukunft dürfte entscheidend sein, wie erfolgreich Siemens Energy die Probleme im Windkraftbereich nachhaltig löst und gleichzeitig vom globalen Umbau der Energieversorgung profitiert. Die weltweite Elektrifizierung, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Modernisierung von Stromnetzen sowie der steigende Energiebedarf durch Digitalisierung und KI sprechen grundsätzlich für langfristig hohe Investitionen in Infrastruktur. Siemens Energy könnte dadurch eine zentrale Rolle bei der Transformation des globalen Energiesystems einnehmen, bleibt jedoch zugleich stark von der erfolgreichen operativen Stabilisierung des Konzerns abhängig.
Das erste Halbjahr lieferte starke Zahlen und brachte in vielen Bereichen einen Anstieg der Profitabilität hervor. Wir prüfen diese Daten ab und geben einen Einblick auf die Schätzungen zum Gesamtjahr sowie zur Entwicklung der Aktien.
Das Video zur Siemens Energy Aktienanalyse
Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik.
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Risikohinweis für Trader
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