Oracle Aktienanalyse
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Oracle Aktie mit starkem Ausblick im Aufwärtstrend, Quartalszahlen und Ausblick wischen Sorgen um Schulden weg, Aktienanalyse und Charttechnik der Oracle Aktie

von Andreas Bernstein

Oracle gehört zu den traditionsreichsten Unternehmen der amerikanischen Softwareindustrie. Gegründet wurde der Konzern 1977 von Larry Ellison, Bob Miner und Ed Oates. Der große Durchbruch gelang mit relationalen Datenbanken, die sich über Jahrzehnte zum Standard in zahlreichen Unternehmen und Behörden entwickelten. Oracle wurde damit zu einem der wichtigsten Anbieter für Unternehmenssoftware weltweit.

Der Börsengang erfolgte 1986. In den folgenden Jahrzehnten baute Oracle sein Geschäft durch zahlreiche Übernahmen massiv aus. Zu den wichtigsten Akquisitionen gehören PeopleSoft, Siebel Systems und Sun Microsystems. Dadurch kamen Unternehmenssoftware, Servertechnologie und mit Java eine der weltweit wichtigsten Programmiersprachen hinzu. Später verstärkte Oracle mit der Übernahme von Cerner für rund 28 Milliarden US-Dollar auch sein Geschäft im Gesundheitswesen.

Lange Zeit galt Oracle allerdings als Unternehmen, das den Übergang in die Cloud später als Amazon, Microsoft oder Google vollzog. Inzwischen hat sich dieses Bild grundlegend verändert. Mit der Oracle Cloud Infrastructure, kurz OCI, verfügt der Konzern über eine eigene leistungsfähige Cloudplattform und gehört mittlerweile zu den großen Profiteuren des weltweiten Ausbaus von KI-Rechenzentren.

Vorteile der Oracle-Architektur

Oracle besitzt dabei einen wichtigen Vorteil: Viele der größten Unternehmen der Welt nutzen bereits Oracle-Datenbanken. Gleichzeitig können diese Datenbanken mittlerweile direkt innerhalb der Cloudplattformen von Amazon, Microsoft und Google betrieben werden. Unternehmen müssen sich damit nicht zwingend für eine einzige Cloud entscheiden. Gerade das sogenannte Multicloud-Geschäft entwickelt sich deshalb ausgesprochen dynamisch.

Der wesentlich größere Wachstumstreiber ist momentan jedoch Künstliche Intelligenz. Oracle baut weltweit riesige Rechenzentren auf, in denen unter anderem Nvidia-GPUs für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle eingesetzt werden. Das Unternehmen konkurriert damit zunehmend mit Microsoft Azure, Amazon Web Services und Google Cloud um die milliardenschweren Investitionen der KI-Unternehmen.

Wie stark diese Entwicklung inzwischen ist, zeigen die am 10. September veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027. Oracle steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,92 Dollar und lag ebenfalls über den Erwartungen des Marktes.

Diese Entwicklung sehen wir in den starken Umsatz-Wachstumszahlen der letzten Jahre deutlich:

Zusätzlich hoher Auftragsbestand

Noch interessanter als der aktuelle Umsatz ist jedoch der Auftragsbestand. Die sogenannten Remaining Performance Obligations, kurz RPO, stiegen auf inzwischen rund 664 Milliarden Dollar. Allein im jüngsten Quartal konnte Oracle mehr als 30 Milliarden Dollar an neuen KI-Cloud-Verträgen abschließen.

Dieser enorme Auftragsbestand zeigt, welche Dimension das zukünftige Geschäft inzwischen erreicht hat. Die Umsätze aus vielen dieser Verträge werden allerdings erst über mehrere Jahre realisiert. Oracle muss deshalb in kurzer Zeit enorme zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten schaffen, um die bereits vereinbarte Nachfrage überhaupt bedienen zu können.

Auch dazu ein paar Zahlen als Infografik:

Genau darin liegt gleichzeitig das größte Risiko. Der Aufbau moderner KI-Rechenzentren ist extrem kapitalintensiv. Allein im jüngsten Quartal investierte Oracle rund 28,5 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow war deshalb mit etwa 5,4 Milliarden Dollar negativ.

Was bringt die Zukunft?

Positiv ist allerdings, dass sich die Finanzierungsstruktur verbessert. Bei zahlreichen großen KI-Verträgen leisten Kunden Vorauszahlungen oder stellen die benötigten GPUs teilweise selbst zur Verfügung. Im jüngsten Quartal wurden die Investitionen beispielsweise durch rund 11,4 Milliarden Dollar an Kundenvorauszahlungen unterstützt. Dadurch muss Oracle einen Teil der enormen Infrastrukturinvestitionen nicht vollständig selbst finanzieren.

Für Anleger ist dies ein entscheidender Punkt. Noch vor wenigen Monaten sorgten die hohen Investitionen und die steigende Verschuldung für erhebliche Sorgen. Die aktuellen Zahlen zeigen nun, dass Oracle offenbar Wege findet, einen größeren Teil des KI-Ausbaus gemeinsam mit seinen Kunden zu finanzieren.

Auch der Ausblick bleibt ausgesprochen ambitioniert. Oracle erhöhte seine Prognose für den bereinigten Gewinn im Geschäftsjahr 2027 auf 8,10 Dollar je Aktie. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen weiterhin ein außergewöhnlich starkes Wachstum seiner Cloud-Infrastruktur.

Das zeigt der Ausblick nach den Earnings

Strategisch ist Oracle inzwischen wesentlich breiter aufgestellt als noch vor einigen Jahren. Neben OCI besitzt der Konzern weiterhin sein hochprofitables Datenbankgeschäft sowie umfangreiche Unternehmenssoftware mit Fusion Cloud ERP, NetSuite und den Anwendungen aus dem Gesundheitsbereich. Diese bestehenden Kundenbeziehungen können genutzt werden, um zusätzliche Cloud- und KI-Dienste zu verkaufen.

Gerade die Verbindung aus Datenbanken und Künstlicher Intelligenz könnte langfristig besonders wertvoll werden. Unternehmen besitzen enorme Mengen sensibler Daten in Oracle-Systemen. Wenn diese Daten zukünftig verstärkt für KI-Anwendungen genutzt werden, kann Oracle sowohl an der Speicherung und Verwaltung der Daten als auch an der benötigten Rechenleistung verdienen.

Wie haben sich die Aktien entwickelt?

Die Entwicklung der Oracle Aktien

Die Aktie von Oracle entwickelte sich über viele Jahre vergleichsweise stabil und profitierte von den hohen Margen im Softwaregeschäft. Während Investoren früher vor allem auf das Datenbankgeschäft blickten, rücken heute zunehmend die Cloud-Sparte und die KI-Initiativen des Unternehmens in den Fokus. Insbesondere die starke Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur und Rechenzentrumskapazitäten sorgte in den vergangenen Jahren für eine deutlich positivere Wahrnehmung an der Börse. Die Marktkapitalisierung stieg zwischenzeitlich auf 1 Billion US-Dollar.

Für die Oracle-Aktie hat sich die Investmentstory mit dem KI-Boom erheblich verändert. Früher wurde das Unternehmen überwiegend als etablierter Softwarekonzern mit relativ moderatem Wachstum bewertet. Heute wird Oracle zunehmend als KI-Infrastrukturunternehmen wahrgenommen. Nach den aktuellen Quartalszahlen reagierte die Aktie im nachbörslichen Handel entsprechend positiv.

Nach dem Rücklauf der letzten Monate hatte sich die Aktie am Aufwärtstrend der letzten Jahre erneut stabilisiert. Die Marke von 250 US-Dollar war dann jedoch der Widerstand, aus dem sich ein Abwärtstrend ableiten lässt. Gelingt eine Überschreitung, ist weiteres Kurspotenzial technisch abzuleiten. Zuvor muss aber die 200 US-Dollar-Marke erneut angelaufen werden. Diesen technischen Bereich siehst Du hier im Chartbild in US-Dollar und das wären auch die nächsten technischen Ziele auf der Oberseite:

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Fazit zur Aktienanalyse

Die Chance auf weiteres Wachstum bei Oracle ist enorm. Ein Auftragsbestand von rund 664 Milliarden Dollar bietet eine außergewöhnlich hohe Visibilität für zukünftige Umsätze. Gleichzeitig darf dieser Wert nicht mit bereits verdienten Umsatz verwechselt werden. Oracle muss die benötigten Rechenzentren erst bauen und anschließend profitabel betreiben.

Damit bleibt die Aktie eine interessante Mischung aus etabliertem Softwarekonzern und aggressiv wachsenden KI-Infrastrukturanbieter. 19,3 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, mehr als 30 Milliarden Dollar neue KI-Cloud-Verträge und ein Auftragsbestand von rund 664 Milliarden Dollar zeigen, wie stark sich Oracle derzeit verändert. Entscheidend für die kommenden Jahre wird sein, ob es dem Konzern gelingt, dieses enorme Auftragsvolumen in profitables Wachstum und langfristig wieder hohe freie Cashflows umzuwandeln.

Genau dies diskutieren wir heute und analysieren zudem das Chartbild wieder mit dem Tradingview-Tool.

Das Video zur Oracle Aktienanalyse

Im Format „Aktien im Fokus“ nehmen Roland Jegen und Andreas Bernstein regelmäßig US-Aktien näher unter die Lupe. Heute ist die Oracle das Thema des Tages, anbei das Video:

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Aktien Research Andreas Bernstein

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