BASF gehört zu den größten Chemiekonzernen der Welt und blickt auf eine mehr als 160-jährige Geschichte zurück. Das Unternehmen wurde 1865 als Badische Anilin- & Sodafabrik gegründet und entwickelte sich von Ludwigshafen aus zu einem globalen Chemiekonzern. Heute liefert BASF Produkte und Materialien für zahlreiche Branchen – von Automobil und Bau über Konsumgüter und Landwirtschaft bis hin zu industriellen Anwendungen.
Eine Besonderheit ist seit Jahrzehnten das sogenannte Verbundprinzip. An großen Standorten werden unterschiedliche Produktionsanlagen miteinander verbunden. Energie und Nebenprodukte einer Anlage können dadurch direkt in anderen Produktionsprozessen genutzt werden. Das senkt grundsätzlich Kosten und erhöht die Effizienz.
Hier siehst Du die internationale Aufstellung:

Das machen die BASF Standorte und der Umbau
Gerade der wichtigste Standort Ludwigshafen geriet in den vergangenen Jahren allerdings unter erheblichen Druck. Hohe Energiepreise, eine schwache europäische Industriekonjunktur und zunehmender Wettbewerb aus China belasteten die Profitabilität. BASF reagiert darauf mit Kostensenkungen, Anlagenstilllegungen und einer grundlegenden Überprüfung des Portfolios.
Unter Vorstandschef Markus Kamieth soll BASF schlanker und profitabler werden. Dabei unterscheidet das Unternehmen zunehmend zwischen seinen integrierten Kerngeschäfts und Bereichen, die eigenständiger geführt oder teilweise vom Konzern getrennt werden können.
Wie weit der Umbau inzwischen vorangeschritten ist, zeigt das Coatings-Geschäft. Ende Juni 2026 wurde die bereits zuvor vereinbarte Transaktion mit dem Finanzinvestor Carlyle abgeschlossen. Das Geschäft wurde dabei mit 7,7 Milliarden Euro bewertet. BASF erhielt rund 5,8 Milliarden Euro in bar, blieb allerdings mit 40 Prozent am neuen Unternehmen Surventis beteiligt.
Neues IPO und aktuelles EBITDA
Noch bedeutender könnte der nächste Schritt werden. BASF bereitet den Börsengang seines Agricultural-Solutions-Geschäfts vor. Mitte September wurden Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan mit der Vorbereitung beauftragt. Bis Mitte 2027 soll der Bereich börsenreif sein und anschließend als eigenständiges Unternehmen an der Frankfurter Börse notiert werden.
Agricultural Solutions besitzt ein umfangreiches Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln, Saatgut, biologischen Lösungen und digitalen Anwendungen für die Landwirtschaft. Durch eine eigenständige Börsennotierung möchte BASF den Wert dieses Geschäfts sichtbarer machen. Gleichzeitig würde sich der verbleibende BASF-Konzern stärker auf seine klassischen Chemie- und Materialgeschäfte konzentrieren.
Operativ gibt es inzwischen ebenfalls Fortschritte. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Dabei profitierte BASF sowohl von höheren Preisen als auch von steigenden Absatzmengen.
Noch deutlicher verbesserte sich das Ergebnis. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg von 1,6 auf 2,4 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Besonders Materials, Chemicals und Industrial Solutions konnten ihre Ergebnisse verbessern.
Der ausgewiesene Nettogewinn erreichte sogar rund 4,1 Milliarden Euro. Dieser Wert vermittelt allerdings ein zu positives Bild des laufenden Geschäfts, denn darin steckt ein Veräußerungsgewinn von rund 3,9 Milliarden Euro vor Steuern aus der Coatings-Transaktion.
Ausblick des BASF Konzerns
Wichtiger ist deshalb der angehobene Jahresausblick. Für 2026 erwartet BASF inzwischen ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Prognose lediglich bei 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro gelegen. Beim Free Cashflow erwartet das Unternehmen weiterhin 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro.
Gerade der Cashflow bleibt für die BASF-Aktie wichtig. Im zweiten Quartal war der Free Cashflow mit rund 200 Millionen Euro negativ, unter anderem weil höhere Rohstoffpreise zusätzliches Kapital gebunden haben. Gleichzeitig investiert BASF weiterhin erhebliche Summen in neue Produktionskapazitäten, insbesondere am neuen Verbundstandort im chinesischen Zhanjiang.
Die jüngsten Zahlen liefern positive Signale: 17,2 Milliarden Euro Quartalsumsatz, 2,4 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA und eine angehobene Jahresprognose zeigen eine operative Verbesserung. Für die BASF-Aktie dürfte nun entscheidend sein, ob diese Entwicklung auch bei einer weiterhin schwierigen Chemiekonjunktur anhält und der Konzernumbau tatsächlich zu höheren Margen und stärkeren freien Cashflows führt.
So könnte die Entwicklung weitergehen:

Wie entwickelte sich die Aktie?
So entwickelte sich die BASF Aktie
Für Aktionäre spielen zudem Ausschüttungen eine wichtige Rolle. BASF gehört traditionell zu den bekannten deutschen Dividendenwerten. Zusätzlich läuft seit August ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Euro. Insgesamt hatte BASF Rückkäufe von bis zu vier Milliarden Euro bis Ende 2028 angekündigt.
Im Chartbild sahen wir über mehrere Monate eine Seitwärtsphase, dies sich noch immer nicht aufgelöst hat. Doch jetzt notiert der Kurs abermals an der Oberseite und könnte mit einer positiven Evonik-Meldung womöglich Schwung erhalten, den Ausbruch vollziehen, um dann wieder Kurse über 70 Euro anvisieren.
Diesen potenziellen Ausbruchsbereich siehst Du hier in Euro:

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Fazit der BASF Analyse
Die Investmentstory der BASF-Aktie hat sich gewandelt. Das Unternehmen ist weiterhin stark vom globalen Chemiezyklus, von Energie- und Rohstoffpreisen sowie von der industriellen Nachfrage abhängig. Gleichzeitig könnte der Konzernumbau Werte freisetzen, die innerhalb der bisherigen Struktur nur schwer sichtbar waren.
Der geplante Börsengang von Agricultural Solutions wird deshalb zu einem wichtigen nächsten Schritt. Gelingt es BASF gleichzeitig, die Kosten in Ludwigshafen nachhaltig zu reduzieren und die Profitabilität des Kerngeschäfts zu verbessern, könnte aus dem heutigen Umbau ein deutlich fokussierter Konzern hervorgehen.
Auf diese Transformation, die Halbjahreszahlen und das Chartbild richten wir heute unseren Fokus der Berichterstattung aus.
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