CoreWeave gehört zu den jüngsten großen Börsenstorys rund um Künstliche Intelligenz. Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und begann ursprünglich mit dem Mining von Kryptowährungen. Schon wenige Jahre später erkannten die Gründer jedoch, dass die dafür angeschafften leistungsfähigen Grafikprozessoren wesentlich attraktiver für andere rechenintensive Anwendungen eingesetzt werden konnten. CoreWeave vollzog deshalb einen grundlegenden Strategiewechsel und entwickelte sich zu einem spezialisierten Cloudanbieter für Künstliche Intelligenz.
Heute betreibt CoreWeave große Rechenzentren mit leistungsfähigen GPUs, vor allem von Nvidia. Kunden können diese Rechenleistung mieten, um KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben. Damit konkurriert CoreWeave grundsätzlich mit den großen Cloudplattformen von Amazon, Microsoft und Google, verfolgt jedoch einen wesentlich stärkeren Fokus auf KI.
Diese Spezialisierung wurde zu einem entscheidenden Vorteil. Während die Nachfrage nach Nvidia-GPUs durch den KI-Boom explosionsartig stieg, konnte CoreWeave große Mengen dieser Chips beschaffen und Unternehmen kurzfristig entsprechende Rechenkapazitäten anbieten. Nvidia ist dabei nicht nur ein wichtiger Technologiepartner, sondern beteiligte sich auch frühzeitig an CoreWeave.
So sieht das Portfolio im Detail aus:

Blick auf die Kunden von CoreWeave
Zu den Kunden gehören inzwischen einige der wichtigsten Unternehmen der KI-Branche. Besonders bedeutend ist die Zusammenarbeit mit OpenAI. Allein die bis Ende 2025 abgeschlossenen Verträge zwischen beiden Unternehmen erreichten ein Volumen von bis zu 22,4 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen große Aufträge von Meta und Anthropic sowie zunehmend klassische Unternehmen, die eigene KI-Anwendungen entwickeln.
CoreWeave versucht sich dabei von einem reinen Vermieter von Nvidia-GPUs zu einer umfassenden KI-Plattform weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Schritt war die Übernahme von Weights & Biases. Diese Software hilft Entwicklern beim Training, der Überwachung und Optimierung von KI-Modellen. CoreWeave kann seinen Kunden dadurch nicht mehr nur Rechenleistung, sondern zunehmend auch Software und Entwicklungswerkzeuge anbieten.
Starkes Wachstum beim KI-Hyperscaler
Wie außergewöhnlich das Wachstum ist, zeigen die im August veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Umsatz erreichte rund 2,58 Milliarden US-Dollar. Im gesamten Jahr 2025 hatte CoreWeave erstmals mehr als 5 Milliarden Dollar Umsatz erzielt. Das Unternehmen wächst damit innerhalb kürzester Zeit in eine völlig neue Größenordnung.
Noch beeindruckender ist der Auftragsbestand. Ende Juni 2026 lag der sogenannte Revenue Backlog bei rund 104 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind bereits vereinbarte Umsätze aus Kundenverträgen. Kurz nach Ende des Quartals kamen nach Angaben des Unternehmens weitere Kundenverpflichtungen von mehr als 25 Milliarden Dollar hinzu.
Diese Zahlen verdeutlichen, wie groß die Nachfrage nach KI-Rechenleistung momentan ist. Neben den bekannten KI-Unternehmen gewinnt CoreWeave zunehmend Kunden aus der klassischen Wirtschaft. Dazu gehören beispielsweise Caterpillar, Bentley Systems und Grammarly. Auch Finanzunternehmen nutzen die Plattform für rechenintensive Anwendungen. Jane Street vereinbarte 2026 beispielsweise die Nutzung von CoreWeaves KI-Cloud im Umfang von rund 6 Milliarden Dollar und investierte zusätzlich eine Milliarde Dollar direkt in das Unternehmen.
Die enorme Nachfrage hat allerdings ihren Preis. CoreWeave muss Milliarden investieren, bevor die entsprechenden Umsätze entstehen können. Neue Rechenzentren müssen gebaut, Nvidia-Systeme gekauft und langfristige Stromversorgung gesichert werden. Allein im zweiten Quartal lagen die Investitionsausgaben bei rund 9,4 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr 2026 erhöhte CoreWeave seine Investitionsprognose zuletzt auf 35 bis 39 Milliarden Dollar. Damit investiert das Unternehmen ein Vielfaches seines aktuellen Umsatzes in zusätzliche Kapazitäten. Finanziert wird dieser Ausbau zu einem erheblichen Teil über Fremdkapital und langfristige Finanzierungsvereinbarungen.
So könnte der Geschäftsverlauf weitergehen:

Risiken bei CoreWeave
Genau darin liegt das größte Risiko der CoreWeave-Aktie. Das Unternehmen besitzt zwar einen enormen Auftragsbestand, muss jedoch zunächst die Rechenzentren und Infrastruktur bereitstellen, um diese Verträge tatsächlich in Umsatz umzuwandeln. Verzögerungen beim Bau neuer Rechenzentren, fehlende Stromanschlüsse oder Engpässe bei Chips und anderen Komponenten könnten das Wachstum bremsen.
Hinzu kommt die Abhängigkeit von wenigen sehr großen Kunden und von Nvidia. CoreWeave profitiert momentan enorm davon, dass Unternehmen möglichst schnell Zugriff auf die neuesten KI-Beschleuniger benötigen. Sollten die großen Cloudkonzerne ihre eigenen Kapazitäten deutlich ausbauen oder kundenspezifische KI-Chips stärker einsetzen, könnte sich der Wettbewerbsdruck langfristig erhöhen.
Auf der anderen Seite befindet sich CoreWeave genau im Zentrum eines der größten Investitionszyklen der Technologiebranche. Training und zunehmend auch der laufende Betrieb von KI-Modellen benötigen enorme Rechenkapazitäten. Mit der nächsten Nvidia-Generation Vera Rubin steht bereits die nächste Leistungsstufe bevor, die CoreWeave ebenfalls frühzeitig in ihre Infrastruktur integriert.
Wie entwickelten sich die Aktien?
Entwicklung der CoreWeave Aktie
Der Börsengang erfolgte im März 2025 an der Nasdaq. Der Ausgabepreis lag bei 40 US-Dollar je Aktie und CoreWeave nahm rund 1,5 Milliarden Dollar ein. Der Börsenstart verlief zunächst verhalten, doch mit der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Infrastruktur rückte die Aktie schnell in den Mittelpunkt. Bereits 2026 wurde CoreWeave in den Nasdaq-100 aufgenommen.
Die Aktie hatte die stärkste Phase nach dem IPO und ging dann in eine lange Konsolidierung über. Ausgehend vom ersten Peaks aus 2024 kann nun eine Unterstützung abgeleitet werden. Von dort aus kam neuer Schwung in den Wert, bis fast zur Abwärtstrendlinie, welche vom Allzeithoch aus eingezogen werden kann. Genau dies wäre auch das naheliegende Ziel auf der Oberseite, sollte sich die Aktie weiter erholen. Erst darüber entsteht dann technisch ein größeres Kaufsignal. Dies siehst Du hier im Chartbild in US-Dollar:

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Fazit der CoreWeave Aktienanalyse
Mit 2,58 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, rund 104 Milliarden Dollar Revenue Backlog und weiteren Milliardenaufträgen zeigte CoreWeave, wie groß die Nachfrage nach KI-Rechenleistung inzwischen geworden ist. Entscheidend für die kommenden Jahre wird jedoch nicht allein das Umsatzwachstum sein. CoreWeave muss beweisen, dass aus dem enormen Auftragsbestand langfristig hohe freie Cashflows entstehen und die Milliardeninvestitionen profitabel finanziert werden können.
Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zu vielen anderen KI-Aktien: CoreWeave muss den KI-Boom nicht erst finden – die Nachfrage ist bereits vorhanden. Die zentrale Frage für Anleger ist vielmehr, wie profitabel das Unternehmen diese enorme Nachfrage bedienen kann, ohne dass Investitionsbedarf und Verschuldung zu einer dauerhaften Belastung werden. Dies diskutieren wir heute im ersten Teil des Videos.
Wir beurteilen im zweiten Teil des Videos zudem das Chartbild der Aktie.
Das Video zur CoreWeave Aktienanalyse
Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik. Gern kannst Du auch den Youtube-Kanal abonnieren:

Was lässt sich im weiteren Verlauf erwarten? Alle Insights erhalten Sie in unserem Video!
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