Das heutige Livetrading stand im Zeichen der zweiten Fed-Sitzung unter Kevin Warsh und der Inflation. Er zögerte die Erhöhung der Zinsen erneut heraus. Was kann im Trading dabei abgeleitet werten?
Weitere Zinspause der Fed, Livetrading Nasdaq
Das Webinar zur Fed-Sitzung war diesmal besonders spannend, da im Vorfeld keine 99-Prozent-Entscheidung prognostiziert wurde, sondern „nur“ eine Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent, dass der Leitzins weiterhin auf dem aktuellen Niveau verharrt. Kevin Warsh hatte damit zum zweiten Mal die Chance, einerseits die Markterwartung zu treffen, aber andererseits auch den US-Präsidenten Donald Trump nicht zu enttäuschen. Letzteres gelang ihm erneut nicht. Denn dieser drängt weiter auf einen deutlichen Zinsschritt nach unten, weshalb er auch bewusst Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell nominiert hatte. Aber Warsh als Vorsitzender kann dies nicht im Alleingang entscheiden, sondern der Zentralbankrat stimmt sich dazu in regelmäßigen Abständen über den weiteren geldpolitischen Kurs ab. In Summe ist diese einer strafferen Geldpolitik aufgeschlossener, also einer Zinssenkung. Im Juni erwarteten neun der 18 befragten Fed-Mitglieder im laufenden Jahr mindestens eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt – zum Treffen im Juli wurden die Zinsen nicht verändert und bleiben damit erneut in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Neun der zwölf Mitglieder, welche für die Abstimmung berechtigt waren, stimmten für die erneute Zinspause. Es waren Hammak, Kahskari und Logan. Der Widerspruch basierte vor allem auf der derzeitigen Teuerungsrate in den USA, die weiterhin auf hohem Niveau verharrt. Jüngst kamen Erzeugerpreise und Verbraucherpreise zwar zurück, doch sind noch weit vom Zielniveau der Fed entfernt.
In einer ersten Reaktion stiegen die Märkte an und verkleinerten das Minus , das im Handelsverlauf bis zur Fed-Entscheidung angefallen war. Andreas und Heiko kommentierten diese Entscheidung und sahen direkt im Chartbild die Option, bei einem Rücklauf des Kurslevels aktiv zu werden. In manchen Situationen ergibt sich in Ausbruchsrichtung erneut ein Einstieg, nachdem der Markt die Konsolidierung des ersten Impulses abgeschlossen hat. Doch gerade zur Fed-Sitzung ist häufig zu beobachten, dass im weiteren Verlauf in Richtung der Pressekonferenz die Märkte erneut auf das Niveau zurückkehren, welches direkt vor der Entscheidung im Markt geprägt wurde. Mit diesen Erfahrungswerten im Hinterkopf wurde eine Short-Position im Nasdaq eröffnet und kurz vor der Pressekonferenz dann mit rund 90 Punkten Gewinn wieder geschlossen.
Diesen Trade siehst Du hier im Nanotrader:

Was berichtet die Fed konkret?
Die ersten Bewegungen zur Pressekonferenz sind nicht prognostizierbar und vieles hängt ab diesem Punkt dann natürlich an den Ausführungen des Fed-Präsidenten, der im Anschluss an seinen Text dann noch auf Fragen von ausgewählten Journalisten eingeht. Insgesamt wurden seine Worte zunächst sehr positiv aufgenommen, sodass der Rücklauf dann tatsächlich ein potenzieller Kaufgrund gewesen wäre. Ohne dieses Szenario aber zu handeln, denn im Vordergrund stand die Kommentierung der Rede über den Chat, visierte der Nasdaq die vorbörslichen Hochs des Tages bei rund 27.900 Punkten an. Auf die Möglichkeit einer Umkehr an dieser Zone wiesen Heiko und Andreas in diesem Webinar hin und analysierten parallel auch das Verhalten des Dow Jones und des Goldpreises. Denn auch Rohstoffe sind von der Volatilität ergriffen, welche sich zu ökonomischen Terminen bietet.
Die jüngste Eskalation im Iran-Krieg und damit einhergehend die steigenden Ölpreise bergen also weiterhin ein Risiko für die Inflation, es fiel auch das Wort „Energiepreisschock“, doch Kevin Warsh machte klar, dass die Notenbank keine dauerhaft erhöhte Inflation dulden kann. Übersetzt ist dies mit einer Andeutung zur baldigen Erhöhung, ggf. schon zum Septembertermin der Fed, möglich. Kevin Warsh hatte zudem schon eine Sondereinheit angekündigt, die den „Ursachen“ der Inflation nachgehen soll. Wir nähern uns damit also einem Zinsschritt. Dieser kann im September dann erfolgen.
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So schnell kann sich die Marktmeinung, nach anfänglichen Abgaben, dann drehen. Was auch erneut am Nachmittag geschehen kann, denn wir erwarten noch einige Wirtschaftsdaten vor dem Wall Street Start.
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